Etwas anderer Landfall auf Curacao

06.08. – 24.08.18

Seit dem 6.8.2018 sind wir auf Curacao. Wir hier haben wir nochmal Jost und Susi von der Serenity getroffen, unter anderem um ihnen etwas Hausrat von Jos und Tina zu übergeben. Die beiden haben ihr Boot hier auf den ABC Inseln verkauft und uns, sowie Jost und Susi gebeten, die Sachen nach Kolumbien zu bringen. Kolumbien ist die neue Wahlheimat der beiden, das Segeln und Leben auf dem Wasser war wohl nichts für die Kinder. Ihre Reise haben die beiden auf juggernaut.one dokumentiert. Wir wünschen ihnen alles Gute für den Neustart in Medellin, Kolumbien. Nachdem Jost und Susi weiter nach Kolumbien gezogen sind, haben wir uns einen Werftplatz gesucht. Der reservierte Platz  in der Curacao Marina war nach Rücksprache mit der Marina nicht nutzbar, da Pico nicht auf den Lift- Wagen zum aus dem Wasser ziehen passte (unseren Twin-Kielen sei Dank …). Also musste ein Plan B her. Die Marina verwies uns auf Aruba, was aber nicht in unsere Pläne passte. Von einem anderen Reinke-Besitzer hatten wir von einer Marina in der Piscadera Bay, nördlich von Wilhelmstad,  gehört. Es stellt sich heraus, dass dort ein normaler Travelift benutzt wird (,so wie wir ihn bereits aus Mallorca kennen) und auch ein Platz zur Verfügung steht. Nachdem wir auch einen Schweißer ausfindig gemacht haben, geht es wiedermal an Land.

 

 

Auf der Passage nach Teneriffa und bei der Atlantiküberquerung  ist uns  wiederholt bei höherer See der Auspuff voll Meerwasser gelaufen, was ein Starten des Motors erfolgreich verhindert, hat. 🙁  Nach dem Entfernen des Seewasser lief der Motor wieder, aber ein Zustand für anspruchsvolle Seegebiete ist das nicht. Der Auspuff hat ein Knie, welches bis an die Decke des Motorraums geht, was dies verhindern sollte. Dies war offensichtlich nicht hoch genug. Also muss es nun höher gelegt werden. Hierfür ist die Anfertigung von Teilen nötig und das geht natürlich an Land einfacher.  Weiterhin ist die Gefahr von Wassereinbruch natürlich auch geringer. Zudem wird auch gleich das Antifouling neu gemacht. Das alte war schon fast wirkungslos. Pico hat am Boden eine Öffnung über der ein kleiner Schacht aufgeschweisst ist, von dem dann alle Seevetile abgehen. Hier möchten wir noch eine Entlüftung einbauen, da sich im Schacht beim Segeln Luft ansammelt, die dann bei Toilettenbenutzung oder vom Motor erst abgepumpt werden muss. Die neue Entlüftung (Seeventiel am obersten Abgang mit Schlauch über die Wasseroberfläche und Rückschlagventil) sollte das der Vergangenheit angehören.

Auf der “Optional -Liste” steht auch noch einiges. Viel Hoffnung haben wir nicht, dass wir alles abarbeiten können.

Die Arbeiten ins Rollen zu bringen, ist wesentlich aufwendiger als zu Hause. Man muss sich bei allem den Kopf zerbrechen, hat leider selten jemanden, der mit Rat und Wissen zur Seite steht. Jeder Techniker hier kennt sein Fachgebiet,  darüberhinaus darf man nicht viel erwarten. Zu Aussagen “Wenn Du Deine Idee umsetzt, dann funktioniert das” lässt sich keiner hinreissen. Auf einem Gebiet, wo man noch nicht so viele Erfahrungen hat, fühlt man sich dann irgendwie alleine.  Aber Zaudern hilft auf die Dauer nicht weiter. Die Entscheidungen müssen gefällt werden, nur dann geht es vorran, und der eigene Terminplan kommt nicht zu sehr in Schräglage. In solchen Momenten ist z.B. der Rundum-Service der Auto-Werkstätten in Deutschland gold glänzend. Allerdings ist hier jeder um seine Kunden sehr bemüht und versucht für seinen Teil den besten Service zu bieten.

So ist der Plan für den Umbau des Auspuffs erst nach und nach entstanden, es musste der passende Kompromiss zwischen Schlauchführung, Stauraum und verfügbarem Material gefunden werden.

Das letzte Stück Abgasschlauch haben wir in einem der Marine-Läden erstanden. Und Mitchel der Schweisser hat nach einigen Schwierigkeiten das passende Material zu finden, die ersten 3 Teile angefertigt. Voilà!

 

Mal sehen, was die nächsten Tage bringen …. Es bleibt spannend.