Andreas allein auf Pico

Curacao, ab 7.11.2018 – Jan 2019

Um Curacao per Flugzeug verlassen zu dürfen, muss man sein Segelboot unter “Zollverschluss” geben. Dies hatten wir in der Sera Boca Marina gemacht. Sandra hatte drüber berichtet. (Heimflug-Bericht von Sandra) . An dieser Stelle “Sorry “allen, die wir in der kurzen Zeit nicht besucht haben. Die Zeit verging wie im Flug.

Am Anfang November mache ich mich zurück nach Curacao, um die Arbeiten fortzusetzen. Der Hinflug scheint ein ganz Besonderer zu sein. Bei der Buchung war klar, dass Condor die Strecke Frankfurt-Curacao neu in ihr Programm aufgenommen hat. Aber das es wirklich der erste Flug ist, wird mir erst am Gate richtig bewusst, denn es gibt Tombola, Reden von Managern, Sekt und Schnittchen. Die Urlauber stehen drauf. Mir ist es fast zu viel …

Auf Curacao setzt sich das Ganze fort: Schon vor der Landung wird bekannt gegeben, dass wir kein Problem haben und die Flughafenfeuerwehr nur zur Begrüßung das Flugzeug mit Wasser abspritzen wird. Am Gate gibt es wieder Häppchen und allerhand Touristik-Werbematerial. Durch die Scheibe am Gate sehe ich Bernd, einen Segelfreund, der auf dem Weg nach Deutschland ist und die gleiche Maschine zurücknimmt. Als er mich entdeckt, schafft er es, den Security Mann zu überreden, kurz die Tür zu öffnen, damit wir reden können. Als die Tür wieder zu geht, nimmt er mir noch mein Schnittchen aus der Hand und ich stehe verdutzt da. So etwas wäre in Frankfurt undenkbar und hätte vermutlich 5 Stunden Terroralarm als Folge. So etwas schafft wirklich nur Bernd.

Als ich zurück in die Marina komme, finde ich Pico, wie wir sie verlassen haben vor.

Die Marina hat alles, was man(n) fürs Arbeiten braucht, Strom in 110V und 220V, Wasser und eine Dusche. Einzig die Lage ist etwas ab vom Geschehen. Entweder man hat einen Mietwagen oder man fährt mit dem Beiboot  komplett über Spanish Water zur anderen Seite, wo es Bars, Busse etc gibt.

Da ich für die Arbeiten oft zu Baumarkt, Shipchandler, Elektroladen, Elektronik-Laden, Segelmacher etc muss, gönne ich mir beim billigsten Vermieter der Insel ein Auto. Das kostet dann für die Woche soviel wie bei Europcar der Tag. Und es rollt (meistens). Bei Dennis’s Abenteuerverleih bekommt man überwiegend alte Autos, das Radio verdoppelt wahrscheinlich den Wert. Der Deal ist üblicherweise der: wenn du liegen bleibst, schreib ihm, wo das Auto steht, er sammelt es ein, repariert es und bringt es wieder. So habe ich über die Zeit zwei Abenteuer Auto’s: der erste ist ein alter Automatik, fährt gut, aber Lichtmaschine lädt nicht mehr. Ich fahre eines Abend mit der Tauchtaschenlampe zurück in die Marina. Mit der letzten Energie komme ich auf den Parkplatz an . Das Auto geht aus, da die Benzinpumpe kein Strom mehr hat. Das zweite Auto ist ein hier auf der Insel sehr verbreitetes Modell und es verliert etwas Hydraulik-Öl in der Lenkung. Wenn es  laut Geräusche von sich gibt, heißt es Nachfüllen. So fällt man zwischen den Einheimischen garantiert nicht auf, die Karosserieteile haben zur Tarnung alle verschiedene Farben. Abenteuer pur. Leider habe ich die Gurken nicht fotografiert, mit sowas würde in Deutschland niemand rumfahren (können).

Als Sandra im Januar ankommt muss dann auch ein anderer Wagen her. Etwas mehr Vertrauen ins Auto und ne funktionierende Klimaanlage ist schon schön. Wir finden schließlich einen Vermieter der asiatische Autos als Rechtslenker vermietet. Hätte nie gedacht, dass ein Tag umherfahren mit einem solchen Auto sogar Kopfschmerzen erzeugt. Nach zwei Tagen habe ich mich daran gewöhnt und schalte auch kaum noch den Scheibenwischer an, wenn ich blinken möchte.

Ich beginne die Arbeiten im Boot. Zuerst baue ich unseren alten Wassermacher aus, dann geht es an die neue Solaranlage, dann an den Kühlschrank. Ich fahre viel über die Insel und bestelle Holz und beauftrage den Schreiner Pedro mit der Beschaffung des Materials für die neue Arbeitsplatte.

Als dann endlich mit Verzögerung die Palette mit den Teilen ankommt, kann es dann endlich richtig losgehen.

Juhu, ich spucke in die Hände und ich steigere das Bruttosozialprodukt…. (Neue Deutsche Welle lässt grüßen. 😉 )

Datenverbindung über ISatPhone Pro

Da ich noch 50€ Guthaben auf dem Satellitenhandy übrig hatte, die zum Ende des Monats verfallen, habe ich mal die Datenverbindung zwecks E-Mail und Wetterdatenempfang über das Gerät getestet. Wie alle Sattelitenanlagen in diesser Dimension hat das ISATPhone eine Übtertragungsrate von 2,4 Kbit/s. Echt rasend, kann sich das noch jemand vorstellen ? Analogmodems aus den 90ern waren dagegen pfeilschnell.

Nach der Einrichtung der Windows-DFÜ-Verbindung sind die 2,4 kbit/s dann auch schon verstopft, da alle Software nach Hause telefoniert. Also Firewalling, Dedicated Routing anwenden und die Mails über ein besonderes Programm “Airmail” abholen, um den Traffic zu drücken. Als ich endlich die erste Mail übertrage, bricht die Verbindung bei 50% zusammen. Tja, Guthaben leer …. Da die Außenantenne für das ISatPhone Pro soviel kostet wie ein neues Iridium mit Antenne, wird es wohl in den nächten Wochen weichen müssen. Wer Interesse an dem Gerät hat einfach melden …

Solarzellen, die Zweite

Die restlichen alten AEG 12 V Solarzellen wurden nun auch demontiert. Die Solarzellen waren durch Feuchtigkeiseintritt am Rahmen leider fast ohne Leistung. Diese waren im Dach fest verklebt (Sika oder so). Teppichmesser, Schneidedraht, Schraubenzieher, Spachtel und viel Geduld waren die Werkzeuge der Wahl. Danke hier an Peter und Alex, die mich tatkräftig unterstützt haben. Für die Montage der neuen Solarzellen fehlte mir noch die neue Makrolon-Scheibe. Weiter geht es also beim nächsten Mal.