Ab in die Marina …

Wir sind wieder alleine. Unser Besuch ist nach Hause geflogen. 3 Wochen waren sie insgesamt da, Alex (meine Schwester), Peter (ihr Freund) und Meli (Freundin von Sandra). Wir haben es sehr genossen, sie um uns zu haben. Alex und Peter haben im Hotel geschlafen, Meli hat mit uns auf Pico gewohnt. Zusammen sind wir zu eingigen Buchten getuckert und haben es uns gut gehen lassen, mit dem Auto sind über die kurvigen Straßen Martiniques und haben uns was von der Insel angesehen. (Es besteht die Hoffnung, dass noch weitere Gastbeiträge eingestellt werden.)

Jetzt bekommt Pico etwas Aufmerksamkeit. Wir fahren in die Marina Z’Abricot in der Nähe von Fort de France.Wasser tanken und mal Strom für den Staubsauger sind angesagt. Und für die tiefen Ecken muss der Sauger mal herhalten.Das hatten wir seit Cap Verden nicht mehr. Wasser hatten wir bisher immer nur an Tankstellen geholt, hier in der Marina bekommt man für 2 € 1000l.

Als wir 3 Wochen vorher an der Tankstelle der Marina, also ausserhalb des eigentlichen Hafens, Wasser geholt haben, durften wir 2€ für 100l bezahlen. Da ist bei unserer Wasser-Tankfüllmenge schon der erste Tag Marina zu 15€ raus. Das haben wir aber erst später erfahren. Wir wollten auf jeden Fall genug Wasser haben, solange wir Gäste an Bord haben.

Die Tankstelle ist auch so ein Ding, offen ja, aber keiner da, ist vollkommen normal. Auf UKW Kanal 16 reagiert niemand. Sie existiert erst ein paar Jahre und in den Seekarten ist die Tiefe, naja sagen wir mal, “suboptimal” angegeben. Bei 30 cm unterm Kiel drehen wir erstmal rum, Ankern in sicherer Tiefe, heben das Beiboot von Bord und ich rudere erst mal rüber. Niemand zu sehen, Funk habe ich dabei, aber ein Handy zum Anrufen der ausgehängten Nummer liegt natürlich auf dem Boot. Also bin ich zum Marinabüro gelaufen, um dort zu fragen. Die Tankstelle gehört zur Marina und es sei 3m tief. Der Marinero kommt dann in einer halben Stunde an den Steg. Klasse, also zurück und Pico an den Steg verholen. Von den 3m fehlt einiges, vermutlich hatten sie bei Hochwasser gemessen 😉. Bis die Tanks voll sind, vergeht eine Stunde, wir nutzen den Schlauch um auch die Solarzellen und das Deck mal zu entsalzen. Benzinkanister für Kompressor und Aussenborder lassen wir auch gleich füllen. Übrigens hört die Marina normalerweise auf UKW Kanal 9, steht nur leider so nirgends. Egal, jetzt wissen wir Bescheid.

In der Marina angekommen, freuen wir uns auf ausgiebig heiss duschen. Das ist ein seltenes Vergnügen.

Was mal für 2 Tage Wasser fassen, Wäsche waschen und saugen geplant war, artet dann zu einer Grundreinigung aus. Alles ausräumen, saugen, dann mit Essigwasser ausputzen und wieder einräumen. Sandra hat 4 Maschine a 11kg gewaschen. Das Vordeck war zu der Zeit etwas gelagert. Vorab hatten wir noch neue Wäscheklammern gekauft, damit genug vorhanden sind und die auch im Wind halten.

Nebenbei finden wir im Badschrank unser kleines Leck im Trinkwasserschlauch am Wasserhahn des Wasserfilters. Wir hatten so alle 3-4 Tage 5l Wasser in der Bilge, unterwegs haben wir nicht finden könnenn, wo es herkam. Es lief unter dem Schrank tröpfchenweise hinter die Verkleidung und verdeckt in die Bilge ….

Nach dann 4 Tagen sind wir wieder aus dem Hafen raus. Ok, ein halber Tag ging auf einen Spaziergang zum Intersport und den Marinaläden drauf, in der Summe so 9 km, zuhause wäre man das nie gelaufen 😉. Die Ausbeute: Badehose, Angelschnur, Köder, Spule, Drybag und ein Blinklicht aus dem Fischereibedarf, um das Boot in grossen Ankerbuchten leichter zwischen den vielen Ankerlichtern wiederzufinden.

Ausflug nach Port St. Charles oder einmal Wasser tanken bitte…

Kurz vor der Atlantiküberquerung hatten wir auf den KapVerden unsere Wassertanks bis zum Anschlag gefüllt. 750 Liter Wasser verteilt auf 2 Tanks haben wir gebunkert. Hört sich erstmal gar nicht so schlecht an. Allerdings liegt laut Statistiken aus dem Internet der pro Kopf- Verbrauch bei ca. 120 Liter pro Tag in Deutschland. Mit dem Wasserverbrauch wären wir nicht über den “Teich” gekommen, so dass wir haben einige Einsparungen vorgenommen haben.

Die Toilette wird, wie bei vielen Segelyachten mit Seewasser gespült. Abgespült wird erst mit Seewasser (der Extrahahn wurde von Andy in Mindelo installiert) und im Anschluss erfolgt das Klarspülen mit Süsswasser. Ähnlich funktioniert das Duschen, gewaschen wird mit Seewasser und dann mit Süßwasser abgespült. Wäsche waschen wird nach extern verlagert. Und ja, nachdem das Wasser aus den Tanks durch einen Kohlefilter gelaufen ist, nutzen wir es zum Kochen und Trinken.

Und was hat das jetzt alles ausgerechnet mit Port St.Charles, dem 2ten Hafen auf Barbados, zu tun?! Ganz einfach, uns ist nach 44 Tagen oder knappen 6 Wochen das Wasser auf Pico ausgegangen! Jepp, wir waren so sparsam, dass wir bisher nicht Nachtanken mussten. (Nein, weder das Boot noch wir riechen gegen den Wind.) Mehrere Segler hatten uns den Tip gegeben, im Hafen von St. Charles Wasser zu tanken. Die Hafenanlage sei gut zu erreichen und auch sonst sei es dort schön. Da bis vor kurzem unser Gas-/ Schalthebel noch defekt war (ist eine andere Geschichte), war die Info wichtig. In den Hafen von Bridgetown, die Careenage, mit Einfahrt in den Fluss mit Durchfahrt unter einer Zugbrücke, wo im anschließenden Hafen wenig Platz zum Wenden war, wollten wir nicht einfahren. Also war es gestern soweit, Segel setzen und auf nach St.Charles.

Direkt am Anker wurde das Gross (-segel) hochgezogen, der Anker im Anschluss gelöst, die Fock (kleines Vorsegel) gesetzt und es ging los. Vorbei am Tiefwasserhafen, wo die ganzen Kreuzfahrtschiffe festmachen, Kurs Richtung Norden die 12 Seemeilen nach St. Charles. Der Wind blies mit 14 -21 Knoten (4-5 Bft) aus nordöstlicher Richtung. Es war ein kurzer Törn. Nach 3 Stunden sind wir angekommen und hatten unseren Ankerplatz gefunden und den Anker wieder zu Wasser gelassen.

Heute haben wir endlich Wasser getankt. 2 Tage ohne Süsswasser aus der Bordleitung ist ein hartes Stück Brot. Brot backen, geht übrigens ohne Wasser auch nicht. Eine Stunde ist das Wasser in die Tanks gelaufen, nachdem die Geschmacksprobe positiv ausgefallen ist. Die Taucher, die vor uns den Steg belegt haben, haben ihre Sachen mit reichlich Wasser ausgespült, so dass wir keine Bedenken zum Durchsatz und damit mit der Keimbelastung des Schlauchs hatten.

Port St. Charles ist ein Luxushafen, der Yachten wie Pico zwar zum Einklarieren, Tanken und Wasser aufnehmen kurzzeitig willkommen heißt, aber in der Marina ist kein Platz für uns. Also liegen wir draussen vor Anker, genießen die Aussicht von dort und nutzen unser Beiboot, um an Land zu kommen.

Speighstown ist ein kleiner schöner Ort, der über alles Notwendige wie Bäckerei, Fischmarkt, Supermarkt, Geschäfte, und ganz wichtig Standbars verfügt. Vom Hafen aus kann man am Strand gemütlich in die Stadt laufen. Wir haben uns in einer Strandbar mit (dezenter) Livemusik unseren Sundowner (das Kaltgetränk zum Sonnenuntergang) getrunken.

PS: Direkt am Hafen gibt es einen Club dessen Musik aufs Wasser weitergetragen wird. Die Musik hörte sich gut, aber wir haben uns lieber woanders hingelegt. Wir wollten nachts nicht von einem “Schreihals” überrascht werden.