Zwischenbericht der “Rumtreiber”

01.05.18 – 06.08.18

Von unserem Bericht von den Les Saints unterhalb von Guadeloupe bis zu Bonaire, wo die letzten beiden Artikel her stammen, haben wir das Schreiben schleifen lassen. Wir haben einiges erlebt, aber nicht niedergeschrieben. Das werden wir nun peu à peu nachholen.

Um das etwas nachvollziehbarer zu machen, steht in jeden unserer Berichte in der ersten Zeile (unterhalb der Überschrift) ein Datum bzw. ein Zeitraum. Weiterhin ist in den Schlagworten aufgeführt, wo wir uns zum Zeitpunkt des Erlebten befunden haben.

Und jetzt endlich nach dem administrativen Einschub eine kleine Übersicht, wo wir uns zwischenzeitlich überall „rumgetrieben“ haben: 🙂

Guadeloupe >>>>>>>> 01.05 – 12.05.18
Antigua >>>>>>>>>>> 13.05 – 18.05.18
Montserrat >>>>>>>> 18.05 – 20.05.18
St. Barth >>>>>>>>>> 22.05 – 28.05.18
Bequia (Grenadines) > 01.06 – 05.06.18
Tobago Cays >>>>>>> 06.06 – 09.06.18
Union Island >>>>>>> 09.06 – 12.06.18
Carriacou >>>>>>>>> 13.06 – 16.06.18
Grenada >>>>>>>>>> 16.06 – 21.06.18
Bonaire >>>>>>>>>> 24.06 – 05.08.18
Curacao >>>>>>>>>> seit 06.08

Tauchen auf den “Les Saintes”

Leider darf man nicht überall in der Karibik alleine ohne “Aufsicht” einer Tauchbasis ins Wasser springen. Auf den französischen Inseln darf man das aber in der Regel (Ausnahme war Petite Terre, wo nur das Schnorcheln erlaubt war).Vom Fort aus hatten wir den einen oder anderen interessanten Tauchplatz gesehen. Leider waren 2 davon mehr oder weniger in der Einfahrtschneise der Fähren. Ein gutes Gefühl hat uns das nicht vermittelt. In Absprache mit unseren Mittauchern haben wir uns für 2 Tauchplätze auf den Les Saints entschieden. Der erste Platz ist an der westlichen Ecke der Ilet de Cabrit, auf der auch die Ruinen de Fort Josephine liegen, getaucht. Das schöne an öffentlichen Tauchplätzen auf den Französischen Inseln ist das kleine Moorings angelegt sind. Die sind zwar für Segelboote unserer Größe unbrauchbar, aber mit dem Dingi (= Beiboot) darf man sie nutzen. Laure von der SY Olena begleitet uns bei unseren Tauchgängen. Stephan und Jürgen bilden ein weiteres Team. Jürgen muss sich nach einer Tauchpause wieder reinfinden. Stephan hat damit Erfahrung und sich seiner angenommen :-). Silvia verbringt die Zeit mit den Kids der Olena . So sind alle versorgt. Mit dem voll Tauchzeug beladenen Beiboot dauert um die 20 Minuten bis wir an der gewünschten Tauchboje. Wir tuckern eher als das wir fahren. Aber gut, unser Außenborder ist nicht mehr der jüngste, etwas Schonung tut ihm gut. Wir hoffen, er bleibt uns lange erhalten. An der Boje liegt bereits ein Boot einer Tauchbasis. Laure spricht die Truppe auf französisch an und wir dürfen ebenfalls an der Boje festmachen. Wir nutzen 2 separate Leinen, um das Beiboot an der Boje zu befestigen. Ein Knoten kann sich im Wasser leichter lösen, als man im ersten Moment meint. Ein abgetriebenes Beiboot holen wir nach Ende unseres Tauchgangs sehr wahrscheinlich nicht mehr ein. Die Jackets werden aufgeblasen, an Leinen befestigt und ins Wasser gelassen. Mit ABC Ausrüstung bewaffnet gleiten wir ins Wasser, ziehen die Jackets an und tauchen ab. Der erste Eindruck ist gut. Ab ungefähr 7 Meter Tiefe geht das Leben los. Hartkorallen sieht man (, wie immer) vereinzelt. Wir tauchen hinab auf ungefähr 15m Tiefe. Die Sonne steht auf Grund der Uhrzeit eher flach am Horizont. Unter Wasser merken wir das anhand des hohen Blauanteils und dem Sediment im Wasser. Das Riff an der rechten Schulter schwimmen wir langsam Richtung des Caps. Sollte Strömung aufkommen, sollte sie gegen uns gerichtet sein, Rückweg damit einfacher. Das Wasser ist ruhig und wir haben alle Zeit der Welt uns in den Riffblöcken umzusehen. Es gibt zwischen den großen Steinblöcken Schwämme, Gorgonien, Fächer und immer wieder Hirnkoralle n zu sehen.

Dazwischen tummeln sich die Fische. Ein Barrakuda kreuzt unseren Weg. So schnell er gekommen ist, so schnell hat er auch wieder das Weite gesucht. Einen Räuber gesichtet, Haken dran. Was gibt es noch? Rot-weiß gestreifte Putzergarnelen, Muränen, Muränenaale, Kuhfische, Shrimps, kleine Fischschwärme, Langusten und noch viele weitere Fischarten. Es macht Spaß hier zu tauchen.

Gelegentlich sieht man auch mal einen ausgewachsenen Papageienfisch. Ja, das hat Seltenheitswert. Auf dem Rückweg im höheren Bereich können wir dann doch sowas wie eine leichte Strömung sehen. Wirklich spüren tun wir sie nicht. Unser Beiboot schwimmt beim Auftauchen weiterhin brav an der Boje. Soweit ein schöner Tauchgang.

Am nächsten Tag gehen wir erneut in der gleichen Konstellation tauchen. Diesmal wollen wir auf der Südseite der Inselgruppe tauchen. Die Ecke, die uns einen ähnlich schönen Tauchplatz verspricht, wie der am Tag zuvor, verfügt aber über keine Boje. Also fahren wir auf die Innenseite zurück und gehen von dort tauchen. Der Platz ist flach. Es gibt vereinzelte Felsformationen, die aus der Seegraswiese herausstehen. Nach einem Moment der Ernüchterung verfallen wir alle in die Suchmodus. Laure zeigt mit dem Finger ins Blaue, zuerst sehe ich gar nichts, aber dann nehme ich die Bewegung war. Ein Schwarm Kalmare kreuzt unseren Weg. Ihr Tanz ist schön anzusehen und sie weichen der Kamera wieder und wieder elegant aus. Nach ihrem Verschwinden widmen wir uns der Suche nach kleineren Lebewesen.

Putzergarnelen, mit fast durchsichtigen Körpern, sitzen auf einer Anemone. Wir sehen eine Schnecke,einen Butt, der auf einem Rad eines vor sich hinrostenden Karossier liegt und eine Mini-Languste, die im Schutz eines Seeigels lebt.

Auf unserem Weg zurück, kommen wir an einem Taucher vorbei, der mit Harpune loszieht, um sich sein Abendessen zu schießen. Von Fischen kann man da nicht mehr reden. Mit der Harpune visiert, den Abzug gedrückt, hat kaum ein Fisch auch nur den Hauch einer Chance und wird abgeschossen … wieder ein Papageienfisch weniger. Soll doch lieber Feuerfische schießen, die gehören nicht hierher. Zudem sollen sie auch gut schmecken.

Wir sind kurz vor Dämmerung wieder an der Wasseroberfläche. Ja, heute ist es noch später gewesen als am Tag davor. Aber das hat auch sein gutes. Die Tagschicht wird von der Nachschicht im Riff abgelöst. Ein großer Bärenkrebs kommt aus dem Felsblock in Freie gelaufen. Er scheint nicht erfreut darüber zu sein, dass ich ihn mit dem Foto auf die Pelle rücke. Zum ersten Mal sehe 2 kleine blaue Zangen bei diesen Krebs, die er mir entgegen Streckt. Cool. Hat sich gelohnt, ins Wasser zu steigen.

Besuch auf den “Heiligen” – die “Les Saintes” Inseln

27.04 – 30.04.18

Der gemeinsame Aufenthalt auf Petite Terre hat uns allen so gefallen, dass wir beschließen zusammen die Les Saintes Inseln südlich von Guadeloupe anzulaufen. Am Abend zuvor vereinbaren wir gegen 08:00 Uhr morgens loszufahren. Am Morgen, es ist 07:45 Uhr, erhalten wir von der SY SINA den Funkspruch, dass sie gut aus der Passage rausgekommen sind. Mmh, gerade eben waren sie doch noch da… Nein sind sie nicht, sie müssen kurz nach meinen letzten Ausguck losgefahren sein. Ok, sie sind von der frühen Vogel- Fraktion. SY OLENA macht pünktlich um 08:00 Uhr die Leinen los. Ja, Schweizer sind pünktliche Menschen und wir…. ja, wir folgen den anderen 10 min später. Uns ist klar, der Kat der Olena als auch die Sina schneller sein werden als wir. Bevor ich angefangen habe zu segeln, hat ein Skipper mir gesagt:” Fahren zwei Boote in eine Richtung, befindest Du Dich mitten in einer Regatta.” Und es stimmt nach meiner Erfahrung. Um dem von Vorneherein aus dem Weg zu gehen, starten wir als letzte aus der Gruppe und kommen kommen auch als letzte an.

Die Les Saintes bestehen aus 5 Inseln, vom denen 2 bewohnt sind. Wir fahren auf die Leeseite ( Westseite) der östlichen Insel. Hier liegt auch der Hauptort Terre-de-Haut. Außerhalb des kostenpflichtigen Bojenfelds haben die anderen bereits geankert und wir werfen unseren dazu. Es ist soweit ausserhalb, dass wir zum Ort auf jeden Fall das Beiboot nutzen. Schwimmen wäre bei dem Gegenwind eine echte Herausforderung, auf die ich gerne verzichte.

Es ist ein knuffiger Touri-Ort. Ein oder 2 geschossige Häuser mit meist weißen Fassaden und roten Dächern säumen die Straßen. Direkt an der Promennade sind Autos zu den Öffnungszeiten der Geschäfte nicht erlaubt. Die Geschäfte sehen bunt und einladend aus. Es gibt auch einen Fähranleger, der die Menschen innerhalb der Les Saintes mit einander verbindet und auch Fähren nach Guadeloupe. In der Fußgängerzone begegnen einem immer wieder Menschen, die schwere Koffer hinter sich her ziehen, um zum Fähranleger zu gelangen.

Bei schönen Wetter fahren wir morgens mit den Beiboot in den Ort. Zum einen wollen wir ins das Fort Napoleon auf der Sptize der Anhöhe ansehen, zum anderen wollen wir vor der Mittagspause nochmal in den Supermarkt. Unsere Frischvorräte wollen aufgefüllt werden. Zu Beginn gehen wir an den Stränden entlang und meiden die schon aufgeheizte Straße bergauf zum Fort.

Eine Krabbe flüchtet vor uns unter ein Beiboot, kann aber dann nicht weiter. Einfarbiger Hintergrund – super Motiv. Letztenendes müssen wir doch die Straße rauf. Sie ist ziemlich steil. Wir gehen die Straße hinauf, andere Touristen haben sich Golfcars gemietet und flitzen mit den elektrobetriebenen Autos leise an uns vorbei. Manch einer schaut uns etwas mitleidig an, wenn sie an uns vorbeifahren. Uns begegnet auch nur eine weitere Familie, die den Weg zum Fort zu Fuß geht. Nach 20 min sind wir oben angekommen. Nun sind wir es, die mitleidig auf die Baggyfahrer schauen, die versuchen, einen Parkplatz an Straßenrand zu ergattern. Die Aussicht ist toll. Man kann in die andere Bucht, auf die benachbarten Inseln und Guadeloupe sehen. Natürlich checken wir auch, wo sich mögliche Tauchspots und auch Tauchboote befinden. Wir wollen hier auch noch tauchen gehen.

Das Fort selbst ist ein Museum mit vielen restaurierten Räumen. Es hat täglich nur bis 12:30 Uhr offen. Mmh, etwas unter eine Stunde hätten wir noch Zeit, aber dann wäre es nix mehr mit einkaufen. Wir entscheiden uns dagegen. Eine Sache ist uns noch hinaufgefallen. Die Hinweise am Eingangsschild sind in mehreren Sprachen aufgeführt… Ich wusste gar nicht, dass sich British English von American English so sehr interscheidet, dass es wie eine eigene Sprache behandelt wird…

Direkt gegenüber von Fort Napoleon liegt durch eine Wasserstraße getrennt auf der Insel El Cabrit das Fort Josefine. Die Insel ist nicht bewohnt, aber es gibt einen Weg vom Strand dorthin. Am Tag unserer aller Abreise, SY OLENA wird Richtung Domenica segeln und SY SINA und wir nach Guadeloupe Richtung Basse Terre aufbrechen, besichtigen wir zum Abschluss das Fort. Der Weg hinauf ist wegen umgestürzter Bäume an manchen Stellen erschwert passierbar. Ob das noch von den Stürmen vom letzten Jahr her kommt?! Anhand der Pfade um die Stellen herum ist zu erkennen, dass die Bäume hier schon eine Weile so liegen müssen. Aufräumen/ aufhübschen stand anscheinend bisher für die Insel noch nicht auf der Tagesordnung. Wir kommen aber auch so oben an. Auf der Anhöhe lebt zwischen den Ruinen des Forts eine Herde Ziegen. Einen Leguan treffen wir auch. Teile der Steinhäuser sind noch erhalten. In einem finden wir Zementsäcke, die aufgestapelt und dann nass wurden. Jetzt sind es zu gross geratene Backsteine, zur Nutzung allerdings ungeeignet. Strom muss es hier oben auch mal gegeben, zumindest sagt das der alte Verteilerkasten. Es soll ein Veranstaltungsort gewesen sein. Wenn ich mir vorstelle, nachts um halb drei an den Strand zum Boot ohne Beleuchtung zu kommen, spannend. Aber egal, wir genießen die Ausicht. Unten am Strand verabschieden wir uns voneinander. Mal sehen, wann wir uns wiedersehen.