Willkommen in Panama

09.02.2019 – 11.02.2019

Puh, wir sind in Panama.
Es ist Samstagmorgen als wir zu ersten Mal den Kopf rausstrecken und uns bei Tag umsehen. Die Bucht ist weitläufig. In der rechten „Ecke“ von See her schauend liegt der Ort Portobelo. Man kann dicke Mauerreste erkennen und kleine flache Häuser, die im Vergleich zu den Mauern wie kleine Farbtupfen wirken, die mal rausschauen. Ein Kirchturm ist weiter entfernt auch zu erkennen. Es scheint eine Straße direkt an der Bucht vorbei zuführen. Wir können die Fahrzeuge hören und für einen kurzen Moment auch sehen. Die Ränder der Bucht, deren Hänge und das Hinterland erstrahlen in grün. Früh am Morgen war auch Tiergebrülle zu hören. Im Grün lebt also einiges.
Es liegen einige Fischer- und Segelboote in der Bucht. An einem relativ großen Steg sind Fischerboote festgemacht. Von dort aus starten sie schon zu relativ früher Stunde mit Touristen an Bord und rauschen an uns vorbei (und kommen natürlich auch wieder zurück).

Wir verschicken eine letzte Postionsinfo an SAR Panama und bedanken uns für ihre Unterstützung.
Danach melden wir uns per Funk bei Alex. Er hat hat für uns in der Nacht zuvor das AIS als Positionsunterstützung an gehabt. Mit ihm verabreden uns für die üblichen Formalitäten. Ja, wie in jeden Land müssen wir auch hier einklarieren. Zwar haben wir als einreisendes Boot dazu 72 Stunden Zeit, aber wir wollen es gerne zügig erledigen.
Als Alex uns mit seinem Beiboot abholt, freuen wir uns riesig ein bekanntes freundliches Gesicht zu sehen.
Wir sind ihm dankbar, dass er uns bei den Formalitäten unterstützt und uns zeigt, wo wir hin müssen. Neben der normalen Einreise und Zoll (Immigration/ Customs), brauchen wir auch für Pico eine Fahrerlaubnis für die panamaischen Gewässer, ein sogenanntes Cruising Permit. Leider kann man nicht alles an einem Ort machen. Das Cruising Permit stellt die Port Authority in der Linton Bay Marina, knappe 20km entfernt, aus. Das heißt, wir müssen auf jeden Fall Taxi fahren.
Um es kurz zu machen – wir haben kein Glück. Beide Behörden sind am Wochenende geschlossen und wir dürfen am Montag einen neuen Versuch starten.
Später lernen wir noch, dass man erst die Einreise und den Zoll erledigen muss und sich erst danach das Cruising Permit ausstellen lassen kann.

Im Ort selbst gibt es mehre Einkaufsmöglichkeiten, aber anders als ich erwartet hatte, sind das kleine Supermärkte mit einem eingeschränkten Sortiment. Die großen sind in Sabanitas, einem Vorort von Colon, zu finden. Das uns uns aber erstmal egal. Von Bonaire haben wir genug Vorräte mitgebracht, so dass wir nicht zwingend einkaufen gehen müssen.
Wir wollen uns eine lokale SIM-Karte fürs Handy kaufen. Das Internet in der Bucht soll in LTE-Geschwindigkeit (4G) ausgebaut sein, wobei es auch des öfteren mal ausfallen soll. Egal, zum Mails schreiben wird es hoffentlich reichen. Die Karte an sich ist schnell gekauft, Geld auf den Tisch legen, den gewünschten Provider (Movil, Claro oder Digicel) nennen und die SIM entgegen nehmen. Dokumente ausfüllen, Pass vorzeigen… all sowas ist nicht notwendig. Kostenpunkt 1-2 US Dollar. Aufwendiger wird es im Anschluss den gewünschten Tarif auszuwählen. Es stehen mehrere Option zur Verfügung, aus der man das passende wählen kann. Allerdings ist die Beschreibung (auch in der App) nur auf spanisch. Ähm ja, spricht hier jemand englisch?! Mein „Guten Tag, wie geht’s“ auf spanisch reicht für das Verständnis der Tarife nicht aus. Und nein, um uns herum nur freundliche spanisch sprechende Menschen. Wenn wundert es, in Panama ist die Landessprache spanisch. Mit Google Translate und Unterstützung der Ladeninhaber, die wahlweise spanisch oder chinesisch sprechen, schaffen wir es, einen Tarif zu finden. 30 Tage LTE unlimited für 20 US Dollar.

Auf dem Rückweg zu unserem Boot sehen wir die Schäden von Pico zum ersten Mal bewusst vom Wasser aus. Mmmh, toll ist anders. Aber schlimmer geht immer.
Bis unser Rigg wieder steht, haben wir nun wohl eine Motoryacht.

Der erste Blick in unser Mailpostfach zeigt, dass sich unser Kasko-Versicherung gemeldet hat. Sie haben die Info von unser Schadensmeldung auf See erhalten und wollen nun wissen, wie sie uns helfen können.
Ok, wir brauchen ein neues Rigg. Die Schadensregulierung kann beginnen.

*Bilder von Pico als Motoryacht stammen von Laure – SY Olena

Tschüss Barbados

Zurück aus Port St. Charles saßen wir wie auf glühenden Kohlen und warteten darauf, dass wir die Bestätigung bekommen, dass wir unsere Pässe bei DHL Express abholen können. Die Tracking ID haben wir teilweise mehrmals am Tag aufgerufen, um zu sehen, ob sich der Status geändert hat. Ja, wir hatten die Hoffnung, dass sich auch am Wochenende was tut. Illusorisch, aber wir wollten endlich unser Pässe wiederhaben. Am Dienstag konnten wir sehen, dass die Pässe bei DHL eingegangen waren. Bis Mittag haben wir gewartet und dann haben wir unser Beiboot geschnappt und sind los, egal was uns die Tracking ID sagt. Die sollten es wohl schaffen unsere Pässe in ihrem Wareneingang zu finden. Um den Weg effektiv zu nutzen, haben wir auch noch unseren 120l Rucksack mit Schmutzwäsche mitgenommen. Auf dem Weg liegt eine Wäscherei mit super Internetzugang, den wir leider auf dem Boot vermisst haben. Das Verkehrsmittel unserer Wahl war wieder ein Routentaxi. ;o) In einem Taxi durften wir für unseren Rucksack einmal extra bezahlen, aber die haben die Maximalbelegung der Sitze herausgeholt. Und ganz klar, statt des Rucksack auf unserem Schoß, hätten sie da auch noch eine Person setzen können. Das war dankenswerterweise nur bei einem Teilstück fällig. Bei DHL angekommen, lagen unsere Pässe bereit und wir konnten sie gegen Vorlage unseres Personalausweise abholen. Auf dem Weg zurück waren wir in der Wäscherei, haben das Internet leidlich genutzt, haben einen Termin zum Ausklarieren vereinbart und waren noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Wir waren im Massy Store einkaufen, einem Laden, der eine große Auswahl an Produkten führt. Die Preise sind größtenteils durchschnittlich. Zur Orientierung: 2 Barbados Dollar entsprechen 1 US Dollar. Das sind wiederum ca. 0,82€.

Anbei ein Bild unseres Einkauf. Wenn ihr schätzen wollt, der Preis wird am Ende des Artikel genannt.

Am nächsten Morgen waren wir im Tiefwasserhafen mit Terry, unserem Agenten der Cornell Saling Ralley, zum Ausklarieren verabredet. Als Andy uns einklariert hat, ist er mit dem Beiboot in den Hafen gefahren, diesmal sind wir zu zweit zu Fuss in den Hafen. Am Eingang mussten wir durch eine Schleuse, unsere Pässe vorzeigen und ein Dokument ausfüllen, dass wir zum Ausklarieren hier sind. Am Ende haben wir ein Bändchen ums Handgelenk bekommen. Auf meine Frage, ob dass vielleicht das All-inclusive Bändchen sei, hat der Beamte in einem toternsten Ton gesagt “No Ma’am, this no All-inclusive band. It authorize you to go to immigration in the terminal and not more” Ok, das kam nicht so gut an. Auf dem Weg zum Terminal sind uns Passagiere zweier Kreuzfahrtschiffe entgegengekommen. Ich war noch nie auf so einem Schiff, die verschiedenen Menschentypen und Nationen haben mich erstaunt.

Das Customs- and Migration Office ist am Ende bzw. Eingang des Duty-free Terminals, je nachdem aus welche Richtung man kommt. Ich hab mir die Leute und das Terminal angeschaut, während Andy mit Terry zum Ausklarieren gegangen ist. Da wir Teil der Odyssey waren und mit dem Agenten das Ausklarieren gemacht haben, sind für uns keine Gebühren angefallen. Die hatten wir mit unserem Startgeld für die Odyssey bereits bezahlt.

Zum Anschluss folgen wir der TripAdvisor Empfehlung Nr. 1 und gehen ein Cutterfisch Brötchen essen. Die Imbissbude hat genau ein Produkt, Cutterfisch mit und ohne Käse. Hat gut geschmeckt.

Unser nächstes Ziel ist Tobago, eine Insel südlich von Barbados. Für die Überfahrt werden wir ca. 24 Stunden brauchen. Damit wir zu den regulären Öffnungszeiten der Behörden ankommen, reisen wir morgens am nächsten Tag ab.

PS: Der Einkauf hat uns 72 Barbados Dollar, umgerechnet ungefähr 30 €, gekostet.