So das Schiff ist wieder seeklar. In der Flaute wollten wir die Zeit nutzen und haben einige Baustellen unserer To-do-Liste angefangen. Einige “Muss” aus der Erfahrung der letzten Zeit, andere um den Komfort unterwegs zu steigern. Dummerweise entwickeln sich alle Vorhaben zu Zeitfressern. Mal ein Beispiel: Um das Heck zu entlasten sollte die Rettungsinselmit ihren fast 40kg vom Geräteträger auf das Dach des Decksalons umziehen. Also abschrauben und vorne wieder abschrauben. Hört sich einfach an oder?! Die Realität ist dann das es ewig dauert. Ich rechne ja mittlerweile immer mit Faktor 5 der Schätzung. Nach dem abmontieren muss zuerst der neue Platz gefunden werden. Ist der gefunden müssen 8 Löcher gebohrt werden und da man von unten nicht überall rankommt ein Gewinde in jedes Loch geschnitten werden. Sandra hat dies übernommen und die 3 Gewindeschneider in jedes Loch einmal reingedreht. Dann muss ein Kunststoffstreifen her der das Edelstahl vom Alu isoliert, ansonsten würde das Alu anfangen zu rösten. Im 4ten Laden wird Man(n) dann auf der Suche nach den passenden “Accessoires” im Leroy Merlin, eine grosse Spanische Baumarktkette, fündig. Die Nylonhülse (Kunststoffzylinder) für den Abstandshalter hat er jedoch nicht. Also wird das Ganze erstmal so montiert. Die Löcher in den Kunststoffstreifen aus den Baumarkt bohren, Anti-Korrosionsmittel auf die Schrauben streichen und dann ohne sich selbst auch einzuschmieren,  die  Schrauben festschrauben. In den nächsten Tage  geht die Suche nach der Nylonhülse mit 60mm Länge weiter. Nach 4-8 Läden und viel Fragerei bekommt man dann eine Addresse einer Firma etwas außerhalb. Die Fahrt mit dem Bus dorthin 1 Stunde je Strecke und der Laden hat wirklich alles da. Es wird für uns passend gesägt und wir zahlen sagenhafte 1,10 € pro Stück. So gehen Stunde um Stunde auf die simpelste Dinge drauf. 

Das WD40 (Sprühöl) müssten wir uns übrigens wieder kaufen, da unsere Vorräte auf die Reinigung unseres Tauchkompressors draufging. Dem stand nämlich in der vollgelaufenen Backskiste das Salzwasser sprichwörtlich bis zum Hals (halbe Höhe des Vergasers) und somit wollte der nicht mehr laufen. Wenn man das Wasser-Öl-Gemisch über weitere Wochen drin gelassen hätte, wäre er nur noch als Anker zu gebrauchen gewesen. Also brauchte der Benzinmotor des Antriebs und auch der eigentliche Kompressor jeder einen separten Ölwechsel mit jeweils eigenen Ölen und zwar solange bis alles Salzwasser raus ist. Das waren auch 2- 3 Runden. Weiterhin müsste am Benzinmotor der Vergaser zerlegt werden  und mit Benzin, WD40 und Pressluft aus der Tauchflasche reinigt werden. Nach 2 Tagen läuft er dann wieder. Das sind übrigens klasse Erfolgserlebnisse, da weiss man, was man gemacht hat. Das war jetzt für den Aufbruch Richtung Karibik nicht nötig, aber zur Schadensbegrenzung wichtig.  Durch solche Themen haben wir nach der Flaute mittlerweile eine gute Halbwind-Wetterlage (=Segelwind von der Seite das mögen Segelboote, liegen dann zwar schräg aber segeln schnell) verpasst und jetzt kommen gerade Ausläufer eines Sturmtiefs hier an den Kanaren an. Das bringt zwar Wind aus der richtigen Richtung aber da wir nicht gleich  3 Tage lang mit >30kn Wind und 5-6m Welle starten wollten, warten wir lieber noch ein paar Tage.  Da kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an …

Hoffentlich finde ich nicht noch was zum Basteln 😉

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