Besuch auf den „Heiligen“ – die „Les Saintes“ Inseln

27.04 – 30.04.18

Der gemeinsame Aufenthalt auf Petite Terre hat uns allen so gefallen, dass wir beschließen zusammen die Les Saintes Inseln südlich von Guadeloupe anzulaufen. Am Abend zuvor vereinbaren wir gegen 08:00 Uhr morgens loszufahren. Am Morgen, es ist 07:45 Uhr, erhalten wir von der SY SINA den Funkspruch, dass sie gut aus der Passage rausgekommen sind. Mmh, gerade eben waren sie doch noch da… Nein sind sie nicht, sie müssen kurz nach meinen letzten Ausguck losgefahren sein. Ok, sie sind von der frühen Vogel- Fraktion. SY OLENA macht pünktlich um 08:00 Uhr die Leinen los. Ja, Schweizer sind pünktliche Menschen und wir…. ja, wir folgen den anderen 10 min später. Uns ist klar, der Kat der Olena als auch die Sina schneller sein werden als wir. Bevor ich angefangen habe zu segeln, hat ein Skipper mir gesagt:“ Fahren zwei Boote in eine Richtung, befindest Du Dich mitten in einer Regatta.“ Und es stimmt nach meiner Erfahrung. Um dem von Vorneherein aus dem Weg zu gehen, starten wir als letzte aus der Gruppe und kommen kommen auch als letzte an.

Die Les Saintes bestehen aus 5 Inseln, vom denen 2 bewohnt sind. Wir fahren auf die Leeseite ( Westseite) der östlichen Insel. Hier liegt auch der Hauptort Terre-de-Haut. Außerhalb des kostenpflichtigen Bojenfelds haben die anderen bereits geankert und wir werfen unseren dazu. Es ist soweit ausserhalb, dass wir zum Ort auf jeden Fall das Beiboot nutzen. Schwimmen wäre bei dem Gegenwind eine echte Herausforderung, auf die ich gerne verzichte.

Es ist ein knuffiger Touri-Ort. Ein oder 2 geschossige Häuser mit meist weißen Fassaden und roten Dächern säumen die Straßen. Direkt an der Promennade sind Autos zu den Öffnungszeiten der Geschäfte nicht erlaubt. Die Geschäfte sehen bunt und einladend aus. Es gibt auch einen Fähranleger, der die Menschen innerhalb der Les Saintes mit einander verbindet und auch Fähren nach Guadeloupe. In der Fußgängerzone begegnen einem immer wieder Menschen, die schwere Koffer hinter sich her ziehen, um zum Fähranleger zu gelangen.

Bei schönen Wetter fahren wir morgens mit den Beiboot in den Ort. Zum einen wollen wir ins das Fort Napoleon auf der Sptize der Anhöhe ansehen, zum anderen wollen wir vor der Mittagspause nochmal in den Supermarkt. Unsere Frischvorräte wollen aufgefüllt werden. Zu Beginn gehen wir an den Stränden entlang und meiden die schon aufgeheizte Straße bergauf zum Fort.

Eine Krabbe flüchtet vor uns unter ein Beiboot, kann aber dann nicht weiter. Einfarbiger Hintergrund – super Motiv. Letztenendes müssen wir doch die Straße rauf. Sie ist ziemlich steil. Wir gehen die Straße hinauf, andere Touristen haben sich Golfcars gemietet und flitzen mit den elektrobetriebenen Autos leise an uns vorbei. Manch einer schaut uns etwas mitleidig an, wenn sie an uns vorbeifahren. Uns begegnet auch nur eine weitere Familie, die den Weg zum Fort zu Fuß geht. Nach 20 min sind wir oben angekommen. Nun sind wir es, die mitleidig auf die Baggyfahrer schauen, die versuchen, einen Parkplatz an Straßenrand zu ergattern. Die Aussicht ist toll. Man kann in die andere Bucht, auf die benachbarten Inseln und Guadeloupe sehen. Natürlich checken wir auch, wo sich mögliche Tauchspots und auch Tauchboote befinden. Wir wollen hier auch noch tauchen gehen.

Das Fort selbst ist ein Museum mit vielen restaurierten Räumen. Es hat täglich nur bis 12:30 Uhr offen. Mmh, etwas unter eine Stunde hätten wir noch Zeit, aber dann wäre es nix mehr mit einkaufen. Wir entscheiden uns dagegen. Eine Sache ist uns noch hinaufgefallen. Die Hinweise am Eingangsschild sind in mehreren Sprachen aufgeführt… Ich wusste gar nicht, dass sich British English von American English so sehr interscheidet, dass es wie eine eigene Sprache behandelt wird…

Direkt gegenüber von Fort Napoleon liegt durch eine Wasserstraße getrennt auf der Insel El Cabrit das Fort Josefine. Die Insel ist nicht bewohnt, aber es gibt einen Weg vom Strand dorthin. Am Tag unserer aller Abreise, SY OLENA wird Richtung Domenica segeln und SY SINA und wir nach Guadeloupe Richtung Basse Terre aufbrechen, besichtigen wir zum Abschluss das Fort. Der Weg hinauf ist wegen umgestürzter Bäume an manchen Stellen erschwert passierbar. Ob das noch von den Stürmen vom letzten Jahr her kommt?! Anhand der Pfade um die Stellen herum ist zu erkennen, dass die Bäume hier schon eine Weile so liegen müssen. Aufräumen/ aufhübschen stand anscheinend bisher für die Insel noch nicht auf der Tagesordnung. Wir kommen aber auch so oben an. Auf der Anhöhe lebt zwischen den Ruinen des Forts eine Herde Ziegen. Einen Leguan treffen wir auch. Teile der Steinhäuser sind noch erhalten. In einem finden wir Zementsäcke, die aufgestapelt und dann nass wurden. Jetzt sind es zu gross geratene Backsteine, zur Nutzung allerdings ungeeignet. Strom muss es hier oben auch mal gegeben, zumindest sagt das der alte Verteilerkasten. Es soll ein Veranstaltungsort gewesen sein. Wenn ich mir vorstelle, nachts um halb drei an den Strand zum Boot ohne Beleuchtung zu kommen, spannend. Aber egal, wir genießen die Ausicht. Unten am Strand verabschieden wir uns voneinander. Mal sehen, wann wir uns wiedersehen.

Tour durch den Regenwald

Um auch etwas vom Regenwald kennenzulernen, haben wir uns einen Einheimischen gesucht, der mit uns eine kleine Wandertour durch den Regenwald macht. Nach Rücksprache bekommen wir nahegelegt, möglichst früh los zugehen. Also treffen um 6:30 morgens, nicht ganz meine Zeit 😉. Wecker klingelt um 5:30 Uhr, es wird gefrühstückt, mit Kaffee, Haferflocken und allem was die Küche hergibt. Wir packen einen Rucksack mit Wasser, Kamera und Keksen. Beiboot ins Wasser und los zum Steg. Wir haben uns mittlerweile angewöhnt, dass ich Sandra am niedrigeren Anleger der Fischer aussteigen lasse. Der Steg liegt leider nah an der Brandung, man muss also etwas geschickt steuern, wenn Welle ankommt etwas Schub vorwärts, wenn sie abläuft dann Rückwärts. Mit Gepäck oder Einkauf ist das einfacher und dann muss nur noch einer klettern. Dann fahre ich um den Steg herum und lege das Beiboot ganz an die Spitze des Stegs, erst vorne anbinden, rückwärts vom Steg weg und dann Anker am Heck raus. Vorziehen und am Steg über die Reifen klettern. Dauert mittlerweile nur noch wenige Minuten; Übung macht’s. Für karibische Verhältnisse pünktlich um 6:35 treffen wir unseren Guide. Er steht mit FlipFlops am Steg und wartet auf uns. Wir laufen zuerst am Strand entlang zu ihm nach Hause, damit er sich umziehen kann. Vermutlich erscheint der ein oder andere Gast nicht und daher macht er das erst fertig, wenn’s losgeht. Er kommt nach 5 Minuten wieder mit dreckigen Klamotten, Gummistiefel, lange Hose, T-Shirt und einer Machete. Eine kleine Wasserflasche hat er in einer schwarzen Tüte. Da kommen wir uns für einen kurzen Moment in Shorts, T-Shirt und Trekking-Sandalen etwas fehlgekleidet vor. (Gegen Mücken und anderes Getier haben wir uns großzügig mit Anti-Brumm und gegen Sonne mit 50er Sonnencreme eingeschmiert).

Dann geht es los, wir wandern einen kleinen Weg bergauf. Es ist reger Betrieb und wir erfahren, dass die Regierung ein Programm für Arbeitslose aufgelegt hat und so versucht wird, Teile des Waldes zu bewirtschaften. So wird der Waldweg gefegt und kleinere Beete an offenen Hängen angelegt. Als Mauern wird der hier viel wachsende Bambus verwendet. Ob das Nachhaltigkeit hat, wir bezweifeln es. Unser Guide zeigt uns allerlei lokale Pflanzen und Bäume und erklärt teilweise die medizinische Verwendung. Fast alles scheint irgendwie gegen Husten zu wirken, zumindest ist das unser Eindruck.

Auch wachsen hier Kakaofrüchte, jedoch werden diese fast komplett von den hier lebenden grünen Papageien gefressen. Advocados und auch einige Pflanzen, die wir bereits aus dem Blumenladen kennen, wachsen hier. Das ein oder andere haben wir bestimmt bereits „verschenkt“.

Das Schutzgebiet hier auf der Insel ist ein „Waldschutzgebiet“ seit 1776. Die Motivation waren wohl wirtschaftliche Gründe. Kein Wald, kein Wasser für das Zuckerrohr und somit auch kein Zucker- bzw. Rumexport.
An Tieren suchen wir hauptsächlich Vögel, man hört sie, aber bis man sie gefunden hat, dauert etwas. Einige von ihnen schmücken die Geldscheine des Trinidad/ Tobago- Dollars.

Wir erfahren, dass es keine wirklich giftigen Tiere hier auf Tobago gibt. Zwei Pflanzen sind wohl so giftig, dass man ins Krankenhaus müsste. Das eine ist eine Pflanze, die auf den Blättern Stacheln hat. Sie sieht aus wie eine „Brennnessel Forte“. Das zweite ist eine Art Schlingpflanze mit stachligen Stamm.
Nach einem Ausflug durch richtig dicken zugewachsenen Regenwald, man kann den Weg nur erahnen, geht es hinauf bis auf den Pigeon Peak. Leider ist das letzte Stückchen Weg durch einen Erdrutsch beschädigt. Die Aussicht über die Bucht vom Aussichtsplatz darunter ist trotzdem Klasse.

Nach dem Abstieg geht es noch einmal über die Strasse hoch auf den Nachbarberg im Norden auf den die Funktürme stehen. Der Weg liegt häufig über den Baumkronen und so kann man die Vögel in den Baumkronen besser erkennen. Auf dem Gipfel hat man eine Aussicht auf die Felsen im Norden von Tobago, die Pirates Bay und auch gegen Osten.

Es gibt einen Park und wir machen eine Pause an einem überdachten Pavillion. Die Vögel sind hier kaum scheu. Sie kommen bis auf die gegenüberliegende Bank und beäugen uns wie wir ruhig auf der Bank sitzen und unsere Keks und Wasservorräte leeren.

Dann geht es auf den Rückweg, vorbei an Ferienhäusern, bis zurück nach Charlotteville.
Wir erstehen an den Marktbuden noch ein paar Eier, einen Kopf Salat und andere Kleinigkeigten. Dann geht es zurück aufs Boot und wir fallen erst mal für einen Mittagsschlaf in die Koje. 5 Stunden Wanderung sind anstrengend.