Sail West

Wir haben am Mittwoch am späten Nachmittag Mindelo verlassen und sind,
seit wir die Insel Sant Antau passiert haben, auf Kurs „West“ gegangen. 
Der Wind schiebt beständig aus Richtung NE-E mit 20-25 Knoten. So haben
wir trotz extrem konservativer Segelfläche nach dem Motto „Es läuft –
Hauptsache wenig zu tun“ Etmale von über 120 Meilen am Tag zurückgelegt.
Als Etmal bezeichnet man, die an einem Tag zurückgelegte Strecke in
Seemeilen. Auf direkter Strecke haben wir übrigens etwa 2050 Seemeilen
zurückzulegen.

Der Bordalltag hat sich noch nicht so Recht eingestellt, da mich
-Andreas- gestern eine Art „Grippe“ heimgesucht hat und ich fast 24
Stunden im Bett lag. So musste Sandra alleine die „Segel hochhalten“ und
unsere Windfahne „Rotkäppchen“ beim Steuern beaufsichtigen.

Heute morgen haben wir die erste Tiere gesichtet. Ein fliegender Fisch
ist nachts in Cockpit gesprungen, morgens haben wir ihn dann gefunden.
Eine Schule von Dephinen mit ca. 15-20 Tieren ist eine gute halbe Stunde
vor unserem Bug gesurft. Leider sind sie  nicht gesprungen Bilder gibt
es leider keine.

 

Eindrücke aus Mindelo auf den Kapverden

Wir sind jetzt schon einige Tage hier in Mindelo. Das Wetter ist konstant. Tagsüber scheint die Sonne, mal mit mehr bzw. weniger Dunst, bei lauen 22-24 Grad. Nachts sinkt die Temperatur auf um die 20 Grad ab. Dazu weht ein Wind mit 20 Knoten (4 Bft) aus Nordost, der regelmäßig den roten Sand aus Afrika mit sich  führt.

Zuerst haben wir draussen vor Anker gelegen und sind immer mit dem Beiboot hier in die Marina und dann in die Stadt. In der Bucht liegt noch das ein oder andere „Schiffsdenkmal“.

Vor 4 Tagen haben wir uns dann in die Marina verlegt, um das Schiff noch einmal von dem braunen tonartigen Sandstaub zu befreien. Auch eine Dusche im Hafen ist mal ein gern gesehener Luxus. Wasser ist hier recht teuer und wird mit 2 ct pro Liter abgerechnet. Beim Duschen sowie am Wasserhahn am Steg.

Als wir am 25ten am Automaten das erste Mal Geld geholt haben, bekamen wir unter anderem diesen Schein:

Das sind umgerechnet ca. 20€, wertlose derselbigen, denn hier wurden neue Scheine ausgegeben und dieser Schein hat vor ca. 2 Wochen seine komplette Gültigkeit verloren.  Das lernt man erst beim Bezahlen in der Bar  bzw. nicht bezahlen, da keiner den Schein mehr annimmt…. Also Feiertage abgewartet und dann auf die Bank an den Schalter. Hier muss man überall Nummern ziehen, so auch in  der Bank. Am Terminal steht als aufgerufenen Nummer was von  Nr. 123 , auf unserem Zettel steht 464 ?!? Nach einigen längerer Zeit warten, zwischen ausschließlich Einheimischen, die hauptsächlich Geldeinzahlungen machen, beschließen wir erst mal was Essen zu gehen und später wieder zu kommen. Als wir zum Ladenschluss der Bank wiederkommen, lässt uns der Wachmann nur noch rein, da wir eine Wartenummer haben. Eine Stunde später haben wir die neue Version des Scheines.  Man bekommt den Eindruck, dass die Automaten hauptsächlich von Touristen genutzt werden.  Unsere Karten werden in Geschäften üblicherweise angenommen.

Der Rhythmus des Lebens ist hier definitiv ein anderer, die Behörden arbeiten in einem eigenen Tempo. Mit einem Schiff muss man zuerst bei Immigration und der Hafenpolizei vorstellig werden. „Ich bin in 15 Minuten zurück“ sind schnell mal 2 Stunden. Aber alle sind freundlich – solange man selbst gelassen bleibt.

Frischen Fisch gibt es auf dem Fischmarkt, ein riesen Treiben und Tumult und es stinkt auch nicht so arg nach Fisch.  😉 :

 

Unser Obst für die weitere Tour gibt es auf dem Gemüsemarkt. Es sollte möglichst noch nie in der Kühlkette gewesen sein, dann können wir es an Board länger außerhalb der Kühlbox lagern.

Die Stadt ist bunt, die Häuser sind oft in poppigen Farben gestrichen und die Leute auf der Straße sind auch viel farbenfroher angezogen als bei uns. Schön ist was gerade gefällt.  Abgesehen von 2 Supermärkten der gleichen Kette sucht man hier vergeblich nach H&M, Zara, Carrefour, Lidl und Co. Das meiste wird auf die KapVerden importiert, so dass das Preisniveau den in Deutschland ähnelt, teilweise sogar teuerer ist.  Man sieht in den Geschäften viel Wachpersonal und auf der Straße viele Polizisten. In älteren Führern wird vor Kriminalität gewarnt. Davon haben wir nichts mitbekommen. Wir sind aber auch nicht auf verlassene Pfade gewandert und abends nicht all zu spät zurück mit den Beiboot zum Schiff.

Hier Bilder aus der Stadt:

 

 

Frohes neues Jahr 2018!

Wir wünschen Euch und Euren Familien ein frohes neues Jahr 2018 !

Wir begrüßen hier in Mindelo auf den Kapverden 2 Stunden nach Deutschland das neue Jahr, denn wir liegen hier bereits 2 Zeitzonen hinten dran.

Am Morgen hatte man uns in Büro gesagt, dass abends richtig gefeiert werden würde. Nachdem man uns das auch schon Weihnachten erzählt hatte und es für unsere Verhältnisse nicht eingetreten war, waren wir abwartend. Abends war am 25ten in einem kleinen Park eine Hüpfburg und etwas Musik für Kinder aufgelegt worden, wir hatten uns etwas anderes vorgestellt.

Mittags wurde eine große Musikanlage im Beachclub fast direkt vor unserem Steg aufgebaut und getestet. Die Musik war gut und auch laut. Der Wind trug sie immer zu uns und je nach Basslage hat unser Schiff zusätzlich mitvibriert. Als es kurz nach 19:00 Uhr dunkel wurde, wurde es ruhiger. Um 22:00 Uhr sind wir dann auch los und wollten bei der Party dabei sein. Die Straßen waren relativ ruhig, vor der gr0ßen Bühne am Governeurspalast war niemand. Man sah Touristen wie wir durch die Gegend irren, aber sonst waren die Straßen leer. Wir haben uns dann in einer Bar verkrümmelt, in der wir aber nix mehr zu trinken bekamen. Von 22:00 bis 02:00 Uhr hätten sie geschlossen. Danach hätten sie wieder bis 08:00 Uhr morgens auf. Andere Segler erzählten uns, dass ähnliche Auskünfte auch in den andern Bar und Restaurants bekommen hatten. Also blieben wir dort und haben kostengünstig gesessen. Um 23:45 Uhr sind wir wieder auf die Straße. Jetzt waren auch die Einheimischen unterwegs und die Straße zur Promenade, wo Feuerwerk geschossen werden sollte, war proppenvoll. Pünktlich um 00:01 Uhr wurde ein wunderschönes 15minütiges Feuerwerk abgeschossen, das von vielen Ahhhs und Pfeifen begleitet wurde. Wir haben niemanden davor und danach gesehen, der selbst Feuerwerk gezündet hat. Halt, stimmt nicht ganz, einige Segler haben wahrscheinlich abgelaufenen Leuchtraketen in die Luft geschickt.

Vom Menschenstrom mitgetrieben konnten wir die Musik von der Gouverneursbühne genießen. Gefühlt war ganz Mindelo auf den Beinen, viele schön herausgeputzt feierten den Jahresbeginn mit mitgebrachten Getränken. Überall fielen sich die Leute in die Arme und wünschten sich ein gutes neues Jahr. Die Atmosphäre war entspannt fröhlich.

Die Party ging bis heute Morgen Punkt 08:00 Uhr und wir haben (unfreiwillig) die ganze Nacht mitgefeiert, auch wenn wir irgendwann zurück auf Boot und in unsere Kojen sind. Durch den Beat der Boxen hat unser Boot hervorragend als Ressonanzkörper agiert, wir haben uns wie in einer Jukebox gefühlt. Wir haben die volle Dröhnung Musik abbekommen. Bis zum Ende waren viele Leute tanzend auf den Beinen.

Heute Morgen scheint wieder die Sonne und es ist Feiertag. Alles ist geschlossen. Wen wundert das, bei einer Feier bis in den Morgen hinein.