Zurück in Deutschland

Mitte September 2018

Pico ist nach der erfolgreichen Unterwasserschiffmalerei wieder in Wasser gekommen. Der neue Auspuff besteht den Abnahmetest – er ist dicht – so dass Pico ohne Bedenken wieder im Wasser schwimmen kann.

Wir wollen zurück nach Deutschland.

Dafür müssen wir nach den Bestimmung von Curacao unsere Yacht in einer Marina in ein „Zolllager“ legen lassen. Im Ankerfeld von Spanish Water Pico alleine vor Anker liegen zulassen, ist nicht erlaubt. Nach dem Debakel mit der Curacao Marina (, Pico hat wegen des Twinkiels nicht in deren Kran gepasst), ergattern wir in der Santa Barbara Marina einen der letzten Plätze. Ein kleiner Stein fällt uns vom Herzen, unser Schiff liegt geschützt und unter Aufsicht im Hafen und wir können ruhigen Gewissens in den Flieger Richtung Europa steigen.

Eigentlich soll es günstige Flüge nach Europa geben, aber meine Suche mit Skyscanner und Konsorten lässt mich ins Leere laufen. Klar, Flüge gibt es, wenn auch nicht viele, aber nicht zu Preisen, die wir als günstig erachten. Etwas verzweifelt komme ich letztendlich auf die Idee, auf der Flughafenseite von Curacao zu schauen, welche Flüge dort unter der Woche ankommen. Und siehe da….. es gibt sie doch. Tuifly.be (be = Belgien) bietet Flüge für 250,-€ pro Person nach Brüssel an und Tuifly.nl (nl = Niederlande) Flüge nach Amsterdam. Aus meiner Flug-Suche ziehe folgende Erkenntnisse:

  • Tuifly ist nicht gleich Tuifly. Hinter jedem Länderkürzel verbirgt sich eine vollkommen andere Seite. Das Angebot unterscheidet sich massiv.
  • Lieber die Übersetzerfunktion im Browser (Chrome) nutzen als die deutschsprachige Seite zu wechseln
  • Flugsuchmaschinen sind nur bedingt zu gebrauchen

Wir entscheiden uns nach Brüssel zu fliegen und von dort aus mit dem Zug nach Deutschland zu fahren. Wir investieren lieber mehr Zeit als höhere Preise für Tickets.

Der Flug ist gut. Die Bestuhlung ist kompakt, aber für mich als Mensch mit durchschnittlichen Maßen in Ordnung. Andy fühlt sich etwas beengter, da er größer ist. Das Essen schmeckt gut. Entgegen der Aussage auf dem Ticket gibt es 2 Mahlzeiten statt einer und Getränke werden ausreichend verteilt. Hier hatte ich etwas Bedenken. Ich wollte nicht als vertrocknete Zitrone den Flieger steigen, aber das hat sich nicht bewahrheitet. In der Kopfstütze des Vordermanns sind kleine Bildschirme eingebaut, mit denen man individuell das Entertainment auswählen kann – Musik, Filme und Serien.

Das Wetter in Brüssel ist schön, klarer Himmel und Sonnenschein. Es ist fast Mittag, die Sonne steht schon hoch am Himmel, aber so wirklich richtig hell ist es nicht. Zumindest empfinden wir das nach über einen halben Jahr Karibik so. Die Sonne hat im September nicht mehr so richtig viel Dampf. Auch die Temperaturen sind mit 23/24°C etwas kühler. Jepp, wie immer Ansichtssache. 😉

Lange müssen wir nicht auf gemütliche Temperaturen warten. Im ICE Abteil, wo wir unsere Plätze reserviert haben, ist die Klimaanlage ausgefallen. Es ist muckelig warm und die Zugbegleiter reichen regelmäßig kostenlos Wasser an uns weiter. Wir können damit gut umgehen, aber andere Reisende sind nicht glücklich darüber. Da die Fenster nicht geöffnet werden können, ändert sich der Zustand erst, als wir in Köln aussteigen.

Aha frische Luft und … mürrische Deutsche.

Was ist auf dem Weg über die Grenze passiert?! Ja, es war im Zug warm und ja, wir sehen etwas zerknittert aus, aber ist kein Grund auf ein Lächeln mit zusammengekniffenen Lippen zu reagieren. (Und nein, das Deo hält!) Erst halte ich das für einen blöden Zufall, aber wir machen die Probe aufs Exempel. Wir lächeln auf den Rest der Reise und an den folgenden Tagen die Menschen bewusst an. Es zeichnet sich ein Bild heraus, desto jünger die Personen (egal ob männlich oder weiblich) desto schneller und öfter wird unser Lächeln erwidert. Je älter die Menschen sind, desto verhaltener reagieren sie. Bei manchen haben wir den Eindruck, dass sie neben den mürrischen Ausdruck auch noch einen Schritt nach hinten weichen. Bloß weg von dem Lächeln. In der Intensität ist mir das vor unserer Reise nicht aufgefallen. In der Karibik wird das Lächeln in der Regel mit einem zusätzlichen leichten Kopfnicken erwidert und des Öfteren mit einem „Hey man..“ kommentiert.

Am Ende des Tages erreichen wir Gießen. Wir sind müde und geschafft. Alles in allem hat es gut geklappt. Also, welcome back.